Zurück zu Print!
Vorgestern vermeldete das Börsenblatt nebenbei die Nachricht des amerikanischen Buchhändlers P.Scott Brown, seine Ende 2008 in der Printversion eingestellte Antiquariats- und Sammlerzeitschrift “Fine Books & Collections” wieder aufleben lassen zu wollen.
Obwohl sich der monatliche Online-Newsletter und das Blog nach eigenen Angaben in der Zwischenzeit hervorragend entwickelt haben, stellte man durch eine im Herbst 2009 veröffentlichte Testausgabe immer noch einen bemerkenswert großen Bedarf an einer Printversion fest (“Fine Books Back to Print!“). Die soll es künftig wieder vier Mal im Jahr zum Abo-Preis von $25 geben. Die Inhalte setzen sich teils aus den besten Online-Artikeln und zum Teil aus exklusiv für das Heft erstellten Beiträgen und zusätzlichen Features wie dem “annual directory of booksellers” zusammen. Damit bekomme das Heft neben dem “gewissen Charme und Wert, den Online unmöglich erreichen kann”, so Publisher Kimberly Draper, ein zusätzliches Alleinstellungsmerkmal, das es zu mehr macht, als zu einer Kopie der Website.
Die Idee ist simpel aber gut: Während viele Verlage die Zeichen der Zeit überinterpretieren und in Ermangelung von Anzeigenerlösen ihre Printtitel gleich komplett entsorgen, wurde bei “Fine Books & Collections” noch mal nachgeprüft und festgestellt, dass Papier unter gewissen Voraussetzungen tatsächlich noch einen echten Mehrwert bieten kann. Wo früher Online das Marketinginstrument für Print war, wird hier das hochwertig aufgemachte Magazin als Marketinginstrument für Online wieder entdeckt (und gern vergessen wird, dass neben dem nicht unwichtigen Prestigefaktor auch ein geschickt gestreuter Werbeversand durchaus noch neue Leser anlockt). Nebenbei kann immer noch Geld damit verdient werden. Nicht mehr so viel wie früher, wie Draper selbst zugibt, aber nicht zuletzt durch sinnvolle Umstrukturierungen in Abonnementverwaltung und Vertrieb trotzdem genug.
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