Streit um Tagesschau.de: Die Ausbaupläne für Tagesschau.de sind heftig umstritten
Der Aufruf des Verlegerverbandes VDZ an seine Mitglieder, gegen mögliche Ausbaupläne der gebührenfinanzierten NDR-Nachrichtensite Tagesschau.de “alle politischen und rechtlichen Mittel in Bewegung zu setzen”, wird erhört, jedenfalls schon ein bisschen: Europas größter Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr erwägt zivil- und verwaltungsrechtliche Schritte gegen den Sender; G+J bestätigt eine entsprechende Pressemeldung auf Anfrage von horizont.net. Im Übrigen werde man verstärkt den Gesetzgeber auffordern, die Beschränkungen der öffentlich-rechtlichen Online-Presse im Rundfunkstaatsvertrag “so deutlich zu formulieren, dass auch der NDR sie versteht”, stichelt Thilo von Trott, Leiter Public Affairs bei G+J.
Zwar ist die Aussage, sich den Rechtsweg vorzubehalten, noch lange keine Ankündigung – aber alleine diese Äußerungen in einer ansonsten häufig von diplomatischen Noten geprägten Medienwelt zeigen: Die Verlage verschärfen den Ton in einer Debatte, in der es für sie letztlich um ihre Geschäftsgrundlagen geht. Denn anders als in der alten Print-Welt treffen sie im Internet mit den öffentlich-rechtlichen Portalen auf gebührenfinanzierte und für den Nutzer scheinkostenlose Player, die dadurch (nicht willentlich, aber automatisch) alle Paid-Content-Versuche der Verlage torpedieren, ihnen Traffic abziehen und damit auch die Basis für Werbeerlöse.
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