Sieben Google-Tipps für Profis
Google ist längst viel mehr als nur eine Suchmaschine. Das Internet-Vorzeige-Unternehmen aus Kalifornien ist so etwas wie ein One-Stop-Shop für alle Bedürfnisse des Durchschnitts-Surfers. Egal ob Websuche, Textverarbeitung, Bilder-Verwaltung, E-Mail, Nachrichten, RSS-Reader – Google hat für alles eine Lösung parat, die meistens qualitativ hochwertig ist und dazu noch gratis. Es gibt aber auch einige Google-Anwendungen, die weniger bekannt, dafür aber umso interessanter für Profis sind. Wir haben einige davon zusammengestellt.
Google Archive (www.google.com/archivesearch)
Eine relativ wenig bekannte Funktion von Google News ist das Archiv. Während Google News selbst nur Artikel und Nachrichten anzeigt, die bis zu einigen Monaten zurückliegen, lassen sich über das Archiv auch Meldungen finden, die viele Jahre alt sind. Das Google Archiv ist allerdings nur in englischer Sprache zugänglich, Artikel aus dem deutschsprachigen Web werden aber genauso gut gefunden. Besonders praktisch: Die Ergebnis werden zusammen mit einer Zeitleiste angezeigt, auf der Balken symbolisieren, wie häufig der Suchbegriff in einem bestimmten Zeitraum gefunden wurde. Ein unverzichtbares Hilfsmittel für jede Online-Recherche.
GSpace (www.getgspace.com)
Googles kostenloses E-Mail-Service kennt praktisch jeder. Allerdings kann man aus Googlemail mit einigen Handgriffen eine kostenlose virtuelle Festplatte machen, auf der sich auch Dateien ablegen und verwalten lassen. Dazu braucht man den Web-Browser Firefox mit dem Add-On GSpace. Einmal installiert, lassen sich über den Firefox bequem Dateien bei Googlemail hoch und runterladen. GSpace ist jedoch kein offizielles Google-Angebot. Praktisch ist es trotzdem.
Google Text & Tabellen (docs.google.com)
Google bietet online eine Art Mini-Version von Microsoft Office an. Mit Google Text & Tabellen lassen sich Texte schreiben und verwalten, Präsentationen und Tabellenkalkulationen erstellen. Die kostenlosen Google-Programme verfügen zwar nicht über den Funktionsumfang der Office-Standardprogramme Word, PowerPoint und Excel, für einfache Aufgaben sind sie jedoch völlig ausreichend. Der eigentliche Clou ist die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen an einem Dokument arbeiten zu können. Es können sogar mehrere Teilnehmer gleichzeitig ein und denselben Text bearbeiten. Google speichert und protokolliert dabei alle Änderungen, die von jedem Team-Mitglied gemacht werden. Ein tolles Werkzeug, wenn Teams an verschiedenen Orten gemeinsam an einem Dokument arbeiten. Und jede Wette: Die hausinterne IT-Abteilung bekommt das mit dem gleichzeitigen Arbeiten an Dokumenten nicht so gut hin wie Google.
Google Scholar (scholar.google.de)
Google Scholar ist so etwas wie die wissenschaftliche Variante der normalen Google-Suche. Der Dienst durchforstet wissenschaftliche Bücher, Aufsätze, Doktorarbeiten, Zusammenfassungen und Zitate. Das Material wurde Google von akademischen Verlagen, Universitäten, Berufsverbänden und weiteren Bildungseinrichtungen zur Verfügung gestellt. Wer ein sehr spezielles Thema recherchiert und mit normaler Web-Suche nicht mehr weiterkommt, der wird vielleicht bei Google Scholar fündig.
Google Sites (sites.google.com)
Noch ein Google-Hilfsmittel, das sich hervorragend für kleinere, mittlere und vor allem dezentrale Unternehmen oder Organisationen eignet. Mit Google Sites kann man mit wenigen Klicks eigene Websites erstellen. So lässt sich beispielsweise im Handumdrehen eine Homepage für den eigenen Verein gestalten. Für Firmen ist Google Sites interessant, da man hier sehr einfach Projekt-Wikis oder ein Intranet gestalten kann. Allerdings muss man sich stets im Klaren sein, dass die Inhalte, die man hier eingibt, bei Google gespeichert werden. So lange es sich aber um keine vertraulichen oder hoch sensiblen Daten handelt, kann man solche Google Hilfsmittel ruhigen Gewissens empfehlen. Bisher ist von Google noch kein Daten-Skandal bekannt geworden.
YouTube Direct (www.youtube.com/direct)
YouTube Direct ist ein noch relativ neuer Service von Googles Video-Tochter YouTube. Betreiber von Websites können bei YouTube Direct die komplette YouTube-Infrastruktur und Benutzeroberfläche nutzen, um Videos auf der eigenen Website einzustellen und von Nutzern hochladen zu lassen. Die Funktionen von YouTube Direct wurden hier bereits in einem eigenen Beitrag ausführlich behandelt.
Was die Google Suche noch alles kann….
Und dann wäre da noch das ganz normale Eingabefeld der Googlesuche, das viel mehr kann, als viele ahnen. Gibt man in das Eingabefeld eine Rechenaufgabe ein, dann wirft einem Google sofort das Ergebnis aus. Man kann Google auch direkt mit Währungsumrechnungen beauftragen (100 USD in Euro) und sofort wird das Ergebnis angezeigt. Das hinzufügen einer Postleitzahl schränkt die Suche auf eben diesen Bereich ein. Auch das Wörtchen „definiere“ wird von der Google Suche bereits verstanden. Wenn man beispielsweise „definiere Liebe“ oder „definiere Glück“ eingibt, wartet die Suchmaschine mit entsprechenden Wörterbuchdefinitionen auf.
Stefan Winterbauer ist fester Autor beim Online-Medienmagazin MEEDIA. Spezialgebiete: Der digitale Wandel von Printmedien, digitale Geschäftsmodelle, Netzkultur und Social Web.
Als freier Journalist und Autor schreibt Winterbauer unter anderem für die “Welt am Sonntag”, “Süddeutsche Zeitung”, “medium magazin”, “Wirtschaftsjournalist” “acquisa” und seit Anfang November für “fachmedien.net”. Darüber hinaus moderiert und hält er Fachvorträge. Stefan Winterbauer war auch Referent beim diesjährigen Rheingauer Verlegertag mit dem Thema “Der Wandel in der Marketing orientierten Medienwelt”.
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