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Facebook, Xing, wkw, Jabby und Co.

Eingestellt von Stefan Winterbauer am 01.12.2009 09:43 kein Kommentar Drucker-Optimiert
Gelesen: 4292 · heute: 14
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social networksDie zehn größten Social Networks in Deutschland

Facebook, Xing, StudiVZ und kein Ende. Soziale Netzwerke sind immer noch ein Trend-Thema. Die Websites ziehen Monat für Monat mehr Nutzer in ihren Bann und verzeichnen immer neue Reichweiten-Rekorde. Dabei verdienen die meisten der Reichweiten-Monster noch keinen müden Euro. Wir stellen die zehn populärsten Sozialen Netzwerke in Deutschland vor, sortiert nach dem Alexa-Traffic-Rank für Deutschland. Der Alexa-Rank wird aus einer Mischung von Besuchern und Pageviews einer Website ermittelt.

Da es für viele der vorgestellten Netzwerke keine einheitlichen Daten gibt, bietet die Web-Statistik von Alexa eine der wenigen Möglichkeiten, ein Ranking zu erstellen. Drei Netzwerke ragen dabei heraus: Facebook, das mit Abstand größte, Xing, das profitabelste und Jabby, der unbekannte Riese.

1. Facebook (Deutscher Alexa-Rang: 5)

Profil:
Facebook wurde von dem Harvard-Studenten Mark Zuckerberg und einigen Freunden im Jahr 2004 gegründet. Ursprünglich war es als Online-Plattform gedacht, um mit Kommilitonen in Kontakt zu bleiben. Heute ist Facebook die eierlegende Wollmilchsau unter den Communities, das Netzwerk für alle. Alt und jung finden sich dort, Geschäftspartner, Firmen, Freunde, Familie, Netz-Bekanntschaften – alle führen ein buntes Miteinander.

Reichweite
Facebook ist weltweit das größte Soziale Netzwerk nach so ziemlich allen Standards. Die Zahlen von Facebook weltweit sind erschlagend. So werden pro Monat ca. 1 Milliarde Fotos und 10 Millionen Videos bei Facebook hochgeladen. Die Website zählt nach eigenen Angaben über 300 Millionen Nutzer und ist in 20 Sprachen verfügbar. Facebook ist auch laut Nielsen mit 6,2 Millionen Mitgliedern das größte Social Network in Deutschland (Stand Juli 2009). Zählt man die drei VZ-Netzwerke von Holtzbrinck (s.u.) zusammen, so kämen diese freilich auf rund 8,7 Mio. Nutzer.

Finanzielles:
2008 erwirtschaftete Facebook laut dem US-Technikblog TechCrunch einen Umsatz von rund 280 Mio. Dollar, 2009 werden 550 Mio. Dollar Umsatz erwartet. Für 2010 erwartet Facebook erstmals einen positiven Cashflow über das ganze Jahr hinweg. Offizielle Zahlen gibt es freilich nicht.

Besitzer:
Größte Anteilseigner sind Mark Zuckerberg (30 %), der US-Investor Peter Thiel (7 %), die russische Firma Digital Sky Technologies (1,9 %) und Microsoft (1,6 %). Zahlreiche Mitarbeiter halten außerdem Facebook-Anteile

Das Besondere:
Ein wegweisender Schritt für Facebooks Erfolg war die Öffnung der Programmierschnittstellen im Jahr 2007. Dadurch wurde es Programmierern ermöglicht, selbst kleine Programme, Spiele und Anwendungen für die Facebook-Plattform zu schreiben und zu veröffentlichen. Laut Firmenangaben waren im Februar 2009 über 52.000 verschiedene Anwendungen verfügbar. Von der Integration von Fotos und RSS-Feeds über alberne Quiz-Spielchen bis hin zu aufwändigen Spielen.

2. StudiVZ (Deutscher Alexa-Rang: 11)

Profil:
StudiVZ Ist so etwas wie das deutsche Facebook Die Gründer um Ehssan Dariani ließen sich von Layout und Machart des U-Originals „inspirieren“ und brachten StudiVZ als „Studentenverzeichnis“ im Oktober 2005 in Deutschland online. Die Website war wie Facebook in den USA ein Riesenerfolg was die Reichweite und Beliebtheit betrifft. Im Jahr 2007 verkauften die Gründer StudiVZ an die Verlagsgruppe Holtzbrinck für geschätzte 85 Mio. Euro. Ein Rechtsstreit um Plagiatsvorwürfe von Facebook wurde mittlerweile durch Zahlen eines Vergleichs durch die VZ-Gruppe beigelegt.

Reichweite:
Laut Nielsen kommt StudiVZ im Juli 2009 auf eine Reichweite von 4,28 Mio. Nutzern. Laut IVW Online kommt StudiVZ im Oktober 2009 auf 183 Mio. Visits und rund 4 Mrd. Klicks (Page Impressions).

Finanzielles:
Nach Plänen vom vergangen Jahr will StudiVZ 2009 den Break Even erreichen. 2010 sollte dann bei einem Umsatz von rund 30 Mio. Euro erstmals Gewinn erwirtschaftet werden. Inwieweit diese Pläne wegen der Finanzkrise mittlerweile Makulatur sind, lässt sich schwer beurteilen. In finanziellen Fragen hält sich die VZ-Gruppe bislang sehr bedeckt. Im Mai und Juni 2009 wurde laut Firmenangaben mit der gesamten VZ-Gruppe erstmals kurzzeitig der Break Even geschafft. Konkrete Zahlen oder Prognosen gibt es aber weiterhin nicht.

Besitzer:
Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck

Das Besondere:
StudiVZ verdankt die Welt nicht zuletzt die Wortschöpfung „gruscheln“. Dies bedeutet, ein anderes Mitglied virtuell anzustupsen, was als Online-Flirtverhalten gesehen werden darf. Das Wort „gruscheln“ wurde in Studentenkreisen so populär, dass es auch außerhalb von StudiVZ auf dem Campus und anderswo verwendet wurde.

3. Xing (Deutscher Alexa-Rang: 17)

Profil:
Xing hieß früher OpenBC und ist das deutsche Online-Business-Netzwerk schlechthin. Das besondere bei Xing sind die über 30.000 Fachgruppen und Diskussionsforen, in denen sich vor allem Marketing-Menschen gerne tummeln und virtuell austauschen. Auch viele Xing-Stammtische sind quer durch die Republik verteilt. Gegründet wurde Xing 2003 von Lars Hinrichs, der das Unternehmen Ende 2006 erfolgreich an die Börse brachte.

Reichweite:
Xing hat nach eigenen Angaben über acht Millionen Mitglieder (Stand: August 2009).

Finanzielles:
Da Xing börsennotiert ist, sind die Geschäftszahlen hier ausnahmsweise kein Geheimnis. Im Jahr 2008 erwirtschaftete Xing einen Umsatz von 35,27 Mio. Euro, unterm Strich stand ein positives Ergebnis von 7,32 Mio. Euro. Von den rund 8 Millionen Xing-Nutzern sind 635.000 zahlende Premiumkunden (Stand: 30. Juni 2009), die je nach Laufzeit zwischen 3,96 und 5,55 Euro pro Monat zahlen.

Besitzer:
Im November 2009 kaufte Hubert Burda Media für 48 Mio, Euro 25,1 Prozent an Xing dem Gründer Lars Hinrichs ab. Der behält 2,6 Prozent und bleibt Minderheitsaktionär. Burda ist damit neuer Mehrheitseigentümer von Xing.

Das Besondere:
Mit seinen zahlenden Premiumkunden besitzt Xing im Gegensatz zu vielen anderen Social Networks ein funktionierendes Geschäftsmodell. Bestimmte Features von Xing sind nur zahlenden Kunden vorbehalten. So können nur Premium-Kunden Nachrichten an andere Mitglieder schicken und bestimmte, verfeinerte Such-Funktionen nutzen. Als besonders beliebtes Feature gilt, dass Premium-Kunden angezeigt wird, welche anderen Xing-Mitglieder das eigene Profil angeschaut haben. International ist LinkedIn Marktführer unter den Business-Netzwerken. Wegen der Beliebtheit und hohen Markt-Durchdringung in Deutschland, hat LinkedIn hierzulande jedoch bislang keine Chance gegen Xing. Umgekehrt ist die Expansion von Xing im Ausland auch nicht recht vorangekommen.

4. Wer-kennt-wen.de (Deutscher Alexa-Rang: 20)

Profil:
Wer-kennt-wen.de gilt wegen hohen Zuwachsraten als Shooting-Star unter den Social Networks und ist als Netzwerk für „Normalos“ positioniert. Gegründet wurde wer-kennt-wen.de 2006 von den Koblenzer Studenten Fabian Jager und Patrick Ohler.

Reichweite:
Nach eigenen Angaben hat wkw rund 7 Mio. Nutzer (Stand: September 2009). Laut IVW Online kommt wkw im Oktober 2009 auf 167 Mio. Visits und 4,8 Mrd. Page Impressions. Laut Nielsen kam wkw im Juli auf 5,96 Mio. Nutzer.

Finanzielles:
Auch bei wkw herrscht zum Thema Geldverdienen das Schweigen im Walde. Ende 2008 ließ sich Gründer Patrick Ohler mal mit dem kryptischen Satz zitieren: Die Monetarisierung läuft sehr gut an.“ Genaues weiß man nicht.

Besitzer:
Im Februar 2009 hat RTL wkw komplett gekauft. Bereits vorher gehörte dem Kölner Sender 49 Prozent. Als Kaufpreis für die restlichen 51 Prozent werden knapp zehn Mio. Euro spekuliert, genaues ist aber auch hierzu nicht bekannt. Die Gründer sind als Geschäftsführer an Bord geblieben.

Das Besondere:
wkw ist vor allem regional in der Provinz stark verankert. So werden regional regelmäßig wer-kennt-wenn-Parties und Treffen organisiert. Auch zur Partnersuche wird wer-kennt-wen.de gerne eingesetzt. Bereits auf der Startseite des Profils gibt es eine Landkarte, die anzeigt, wo in Deutschland die Kontakte wohnen. So wird der regionale Charakter des Netzwerks noch verstärkt.

5. MeinVZ (Deutscher Alexa-Rang: 22)

Das Profil:
MeinVZ ist der „erwachsene“ Ableger von StudiVZ und ging im Februar 2008 in englischer und deutscher Sprache an den Start. Man wollte auch Nutzer ansprechen, die dem Studi-Alter entwachsen sind oder noch nie eine Uni von innen gesehen haben. Als Generalisten-Netzwerk macht MeinVZ somit direkt Facebook Konkurrenz. Zumindest vom Konzept her. In Sachen Reichweite sind StudiVZ und SchülerVZ eher Facebook-Kaliber. Zumindest in Deutschland.

Reichweite:
Laut Nielsen kommt MeinVZ im Juli 2009 auf 3,30 Mio. Nutzer in Deutschland. IVW Online weist für Oktober 2009 114 Mio. Visits und 2,6 Mrd. Page Impressions aus. MeinVZ ist damit das kleinste der drei VZ-Netzwerke.

Finanzielles:

Hier gilt das gleiche wie bei StudiVZ und Schüler VZ: Genaue Zahlen gibt es nicht. Angeblich wurde für die ganze Gruppe im Mai und Juni der Break Even geschafft.

Besitzer:
Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck

Das Besondere:
MeinVZ ist mit StudiVZ über eine Schnittstelle verbunden. Man kann also als MeinVZ-Mitglied auch StudiVZ-Mitglieder als Kontakt hinzufügen und umgekehrt. Mit SchülerVZ funktioniert dieser Austausch aus Jugendschutzgründen nicht. Die „Kleinen“ sollen unter sich bleiben.

6. MySpace (Deutscher Alexa-Rang: 23)

Profil:

Das Social Network MySpace ging aus einem Unternehmen für kostenlosen Speicherplatz im Internet hervor. Tom Anderson machte daraus 2003 die heute bekannte Community. MySpace ist neben Facebook eines der international bekanntesten und populärsten Social Networks. Lange war MySpace die größte Community der Welt, bis Facebook daran vorbeizog. Seit Ende 2006 ist MySpace auch mit einer lokalisierten deutschsprachigen Version online. Hinter der Beliebtheit von den VZ-Netzwerken, Facebook oder wer-kennt-wen fällt MySpace hierzulande aber zurück. MySpace gilt vor allem als Tummelplatz für Teenager und Musikinteressierte.

Reichweite:
Laut MySpace selbst kommt das Social Network weltweit auf rund 268 Mio. Nutzer (Stand: September 2009). MySpace war nach Nutzern lange Zeit vor Facebook das weltgrößte Social Network, wurde aber in den vergangenen Monaten von Facebook überholt und es sieht nicht danach aus, als ob sich dieser Trend verändert.
Laut Nielsen kam MySpace im Juli 2009 auf 4,18 Mio. Nutzerin Deutschland. IVW Online weist für MySpace in Deutschland im Oktober 2009 52 Mio. Visits und knapp 640 Mio. Page Impressions aus.

Finanzielles:
MySpace wurde im Juli 2005 von Rupert Murdoch für rund 580 Mio. Dollar übernommen. Murdoch fädelte im November 2006 mit Google einen spektakulären Anzeigen-Deal ein. Die Suchmaschine willigte ein, rund 900 Mio. Dollar für die Einbindung der Google-Suche und von Google-Anzeigen zu zahlen. Der Vertrag läuft im Sommer 2010 aus. Angeblich ist man bei Google sehr unzufrieden mit dem Deal, da MySpace die Erwartungen in Reichweiten-Steigerungen nicht erfüllt hat. Offenbar gab es in dem Vertrag nur relativ weiche Bedingungen an Klickzahlen, die von MySpace recht leicht erfüllt werden konnten. In der Branche wird darum nicht damit gerechnet, dass der Deal erneuert wird, zumal Rupert Murdoch im Zuge seiner Paid-Content-Strategie mittlerweile sogar damit droht, Google von seinen Websites auszusperren.

Besitzer:
MySpace gehört zu 100 Prozent zu Fox Interactive Media, der Online-Tochter von Rupert Murdochs News Corp.

Das Besondere:
MySpace war von Beginn an ein Tummelplatz für junge Bands und Musiker. Auch heute noch sind dort viele Seiten von Musikern zu finden, die oft ihre Stücke über MySpace vertreiben. Auch Bekannte Stars unterhalten in der Regel MySpace-Seiten, die meistens vom Management oder Fanklubs gepflegt werden.

7. SchülerVZ (Deutscher Alexa-Rang: 24)

Profil:
Das SchülerVZ ging im Februar 2007 aus dem StudiVZ hervor und richtet sich an Schüler von zwölf Jahren bis 21 Jahren. Um Schüler mit den Einstelllungen zu Datenschutz und Privatsphäre vertraut zu machen, hat SchülerVZ die Figur Felix erfunden, die in Videos Tipps zur sicheren Nutzung gibt.

Reichweite:
Laut der Nielsen-Untersuchung vom August kam SchülerVZ im Juli 2009 auf 3,55 Mio. Nutzer in Deutschland. Laut IVW Online erreichte die Site im Oktober 2009 173 Mio. Visits und 6,4 Mrd. Page Impressions. Nach eigenen Angaben hat SchülerVZ derzeit in Deutschland über 5,5 Mio. Nutzer.

Finanzielles:
Es gilt, was bei allen VZ-Netzwerken gilt: Genaue Zahlen gibt es nicht. Laut Firmenangaben wurden im Mai und Juni 2009 für alle drei VZ-Netze der Break Even erreicht.

Besitzer:
Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck

Das Besondere:
Große müssen leider draußen bleiben – Schüler sollen bei SchülerVZ möglichst unter sich bleiben. Erwachsene sind unerwünscht. Darum kann man sich bei SchülerVZ auch nicht einfach so anmelden, sondern muss von einem anderen Mitglied einen Code zugeschickt bekommen. Hundertprozentige Sicherheit, dass sich keine älteren oder jüngeren Nutzer anmelden, gewährleistet diese Methode freilich nicht.

8. StayFriends (Deutscher Alexa-Rang: 49)

Profil:

Das Social Network StayFriends dient explizit dem Zweck, alte Schulfreunde wiederzufinden und den Kontakt zu halten. Stayfriends wurde im August 2002 gegründet um Anfang 2004 vom US-Pendant Classmates Online übernommen. Geschäftsführer ist heute noch der Mitbegründer Michel Lindenberg.

Reichweite:
Nach eigenen Angaben zählt StayFriends 9,2 Mio. registrierte Nutzer. IVW Online bescheinigt der Site im Oktober 2009 30,6 Mio. Visits und 290 Mio. Page-Impressions.

Finanzielles:

Ähnlich wie Xing bietet StayFriends seinen Nutzern eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft an, hier Gold-Mitgliedschaft genannt, die 18 Euro pro Jahr kostet. Gold-Mitglieder können u.a. uneingeschränkt Nachrichten senden und empfangen und so genannte „Poesiealben“ anderer Mitglieder betrachten. Finanz-Zahlen für Stayfriends werden nicht bekanntgegeben. Die Site finanziert sich, oder versucht es, durch die kostenpflichtigen Gold-Mitgliedschaften, Werbung (wird von AOL vermarktet). Außerdem kooperiert StayFriends.de mit T-Online.

Besitzer:
Classmates Online, USA

Das Besondere:

Bei StayFriends.de funktioniert der Zugang über das Bundesland, die Stadt und die Schule. Trotz der im Vergleich zu den großen Netzwerken eher antiquierten Optik und eingeschränkten Funktionen, schafft es StayFriends, immer mehr Nutzer anzuziehen.

9. Jappy (Deutscher Alexa-Rang: 52)

Profil:
Jappy wurde bereits 2001 von Matthias Vogl, Christian Wimmer gegründet. Für Social Networks ist es damit schon fast ein Oldie. Genutzt wird Jappy vorzugsweise von Jugendlichen, das Mindestalter für die Anmeldung liegt bei 14 Jahren, eine echte Kontrolle gibt es aber, wie bei den meisten anderen Social Networks, nicht. Bei Jappy liegt das Haupt-Augenmerk auf Chats und Leute kennenlernen. Einige bezeichnen die Community darum auch als Single-Börse.

Reichweite:
Nach eigenen Angaben über 1,25 Mio. Nutzer und über 52 Mio. Visits und über 3,8 Mrd. Page Impressions pro Monat. IVW-gelistet ist das Angebot nicht. Laut Google Trends kommt Jappy mittlerweile sogar auf über 1,5 Mio. Nutzer. Das Social Network ist über die eigene Nutzerschaft hinaus kaum bekannt und eher ein Insider-Phänomen. Aber ein großes.

Finanzielles:
Zu Umsatz und Gewinnprognosen gibt es keine Zahlen. Jappy versucht, sich ausschließlich über Online-Werbung zu finanzieren.

Besitzer:
Jappy GmbH,

Das Besondere:
Wer bei Jappy fleißig chattet und in Gästebücher schreibt, also aktiv ist, kann sich so genannte Jappy Credits verdienen. Mit der virtuellen Währung können Freunden dann kleine virtuelle Geschenke vermacht werden. Wer sich besonders eifrig betätigt, kann, ebenfalls virtuelle, Pokale ergattern und sich in, natürlich virtuellen, Ruhmeshallen verewigen. Die Zielgruppe steht offenbar auf solche Anreize. Gemessen an der Zahl der Nutzer, sind diese überaus klickfreudig und aktiv.

10. Lokalisten (Deutscher Alexa-Rang: 57)

Profil
Die Lokalisten wurden im Mai 2005 gegründet und sind eher in Großstädten in Süddeutschland verwurzelt. Im Oktober 2006 stieg die TV-Kette ProSiebenSat.1 Media bei den Lokalisten ein und übernahm eine 30-Prozent-Beteiligung. Im Mai 2008 stockte ProSiebenSat.1 die Beteiligung um 60 Prozent auf. Der Kaufpreis hierfür lag angeblich bei 20 bis 30 Mio. Euro.

Neben den üblichen Social-Network-Funktionen zur Kontaktpflege bieten die Lokalisten auch einen Veranstaltungskalender, einen Marktplatz und die Möglichkeit eigene Blogs einzurichten. Vor allem Parties und Sport-Veranstaltungen in Großstädten werden über die Lokalisten gerne verbreitet. Das Ganze ist so eine Großstadt-Variante von wer-kennt-wen.de mit einem starken lokalen Bezug zur jeweiligen Stadt.

Reichweite:
Laut eigenen Angaben verzeichneten die Lokalisten im Mai 2009 rund 3 Mio. Mitglieder. Bei IVW Online kommen sie im Oktober auf 43,2 Mio. Visits und 1,6 Mrd. Page Impressions.

Finanzielles:
Die Lokalisten starteten als Unternehmen, das von Privatpersonen getragen wurde, Werbung war zunächst laut Geschäftstatuten nicht erlaubt. Stattdessen versuchte man, Geld mit Parties, eigenen Klamotten (T-Shirts, Dirndl)  oder anderen Devotionalien zu verdienen. Seit die Lokalisten zu ProSiebenSat.1 gehören, ist natürlich auch Werbung Teil des Erlösmixes. Seit kurzem treten die Lokalisten auch als Telefon-Anbieter auf und bieten in Kooperation mit O2 einen Mobilfunktarif an.
Genaue Zahlen zu Umsatz, Gewinn oder Prognosen gibt es auch hier nicht.

Besitzer:
Die Lokalisten gehören zu 90 Prozent der ProSiebenSat.1 Group

Das Besondere:
Genau wie wkw haben die Lokalisten einen starken regionalen Bezug. Anders als das „Provinz“-Netzwerk wkw verstehen sich die Lokalisten aber eher als Städter. Als Wohnort wird so auch eine „Homebase“ angegeben. Die meisten „Homebases“ befinden sich in Bayern. Im Ausland haben die Lokalisten „Homebases“ u.a. in Österreichund der Schweiz.

Stefan Winterbauer
Stefan Winterbauer
ist fester Autor beim Online-Medienmagazin MEEDIA. Spezialgebiete: Der digitale Wandel von Printmedien, digitale Geschäftsmodelle, Netzkultur und Social Web.
Als freier Journalist und Autor schreibt Winterbauer unter anderem für die “Welt am Sonntag”, “Süddeutsche Zeitung”, “medium magazin”, “Wirtschaftsjournalist” “acquisa” und seit Anfang November für “fachmedien.net”. Darüber hinaus moderiert und hält er Fachvorträge. Stefan Winterbauer war auch Referent beim diesjährigen Rheingauer Verlegertag mit dem Thema “Der Wandel in der Marketing orientierten Medienwelt”.

(Bild – Michael J. Rebelein)

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Schlagworte: Alexa, Facebook, Jabby, Reichweite, Soziale Netzwerke, StayFriends, Studi VZ, Traffic-Rank, wkw, XING

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