Deutliche Abkühlung bei Übernahmen und Beteiligungen
(01.07.2009 – vum) Tageszeitungen bestimmen das M&A-Geschehen im 1. Halbjahr 2009
Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat auch bei den M&A-Aktivitäten deutscher Verlage spürbare Bremsspuren hinterlassen. Nachdem noch im Jahr 2008 neue Höchststände erreicht wurden, kühlte sich das M&A-Klima im 1. Halbjahr 2009 deutlich ab. Dies ergab eine Untersuchung der auf die Verlagsbranche spezialisierten Unternehmensberatung Bartholomäus & Cie.Die Anzahl der veröffentlichten Übernahmen und Beteiligungen sank im 1. Halbjahr 2009 um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das M&A-Marktvolumen, gemessen am Umsatz der übernommenen Unternehmen, sank sogar um 25 Prozent. Es betrug im 1. Halbjahr rund 2 Mrd. €.
Dabei bestimmten vier große Übernahmen unter den Tageszeitungen das M&A-Geschehen: (1) die Aufteilung der Verlagsgruppe Holtzbrinck, der Verkauf der Minderheitsbeteiligungen von Axel Springer an verschiedenen Regionalzeitungen an die Madsack Gruppe (3) die Übernahme der Zeitungen des Finanzinvestors Mecom durch DuMont Schauberg und Heinen sowie (4) der Einstieg der Medien Union beim benachbarten „Mannheimer Morgen“. Die Tageszeitungen hatten damit im 1. Halbjahr 2009 einen größeren Anteil am M&A-Geschehen als alle anderen Segmente der Branche zusammen.
In starkem Gegensatz zu den prominenten Transaktionen sind rund drei Viertel aller Übernahmen in der Verlagsbranche sehr klein (d.h. weniger als 5 Mio. €). Dies ist typisch für die mittelständisch strukturierte Verlagsbranche: in Zeiten mit schwierigem wirtschaftlichen Umfeld kaufen strategisch motivierte Investoren nicht nur seltener, sie bevorzugen auch geringere Risiken.
Auch die Investitionen in digitale Geschäftsmodelle sanken gegenüber dem Vorjahreszeitraum, allerdings war ihr Rückgang deutlich geringer als bei „klassischen“ Medienformaten.
Die Kaufpreise für Verlagsunternehmen waren im 1. Halbjahr deutlich rückläufig, wovon besonders anzeigenabhängige Geschäftsmodelle unter den Fachmedien, den Special Interest Medien und den Publikumsverlagen betroffen waren. Eine Reihe von Verkaufsvorhaben wurde im 1. Halbjahr mangels attraktiver Preise wieder aufgegeben.
Axel Bartholomäus, geschäftsführender Gesellschafter von Bartholomäus & Cie.: „mit einer spürbaren Erholung de M&A-Klimas und der Kaufpreise für Verlage rechnen wir frühestens Mitte 2010“.
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